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Wann pflanze ich Rhabarber
Rhabarber, mit seinen leuchtend roten Stielen und dem herb-süßen Geschmack, ist ein echter Frühlingsbote im Garten. Ob in Kuchen, Kompott oder Marmelade – die Verwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt, um diesen robusten Gesellen in die Erde zu bringen, damit er prächtig gedeiht und uns Jahr für Jahr mit einer reichen Ernte belohnt? Die Antwort ist nicht ganz so einfach, wie man vielleicht denkt, denn der ideale Zeitpunkt hängt von verschiedenen Faktoren ab, die wir uns genauer ansehen werden.
Frühling oder Herbst – Welcher Zeitpunkt ist der Richtige für Rhabarber?
Die gute Nachricht ist: Du hast grundsätzlich zwei Zeitfenster, in denen du Rhabarber pflanzen kannst: im Frühjahr oder im Herbst. Beide Jahreszeiten haben ihre Vor- und Nachteile, die wir im Folgenden genauer beleuchten werden, um dir die Entscheidung zu erleichtern.
Der Rhabarber-Frühlingsputz: Vorteile und Nachteile der Pflanzung im Frühjahr
Die Pflanzung im Frühjahr, idealerweise zwischen März und April, hat den Vorteil, dass der Rhabarber direkt in die Wachstumsphase startet. Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und die Pflanze kann ihre Energie voll und ganz in die Entwicklung von Wurzeln und Blättern stecken.
Vorteile der Frühjahrspflanzung:
- Schnelleres Wachstum: Die Pflanze kann die gesamte Vegetationsperiode nutzen, um sich zu etablieren.
- Geringeres Risiko von Frostschäden: Nach dem Winter ist die Gefahr von starken Frösten in der Regel geringer.
- Einfachere Beobachtung: Du kannst die Pflanze von Anfang an beobachten und bei Bedarf frühzeitig eingreifen (z.B. bei Schädlingsbefall).
Nachteile der Frühjahrspflanzung:
- Höherer Pflegeaufwand: Die Pflanze benötigt in den ersten Wochen regelmäßige Bewässerung, besonders bei trockenem Wetter.
- Geringere Ernte im ersten Jahr: Da die Pflanze ihre Energie in das Wachstum steckt, solltest du im ersten Jahr nur wenige Stiele ernten, um die Pflanze nicht zu schwächen.
- Weniger Auswahl: Im Frühjahr ist die Auswahl an Rhabarbersorten in den Gärtnereien möglicherweise geringer als im Herbst.
Rhabarber im Herbstlaub: Die Vorteile der Herbstpflanzung
Die Pflanzung im Herbst, idealerweise zwischen Oktober und November, ermöglicht es dem Rhabarber, sich vor dem Wintereinbruch in Ruhe zu akklimatisieren und Wurzeln zu bilden. Die Pflanze ruht dann über den Winter und kann im Frühjahr mit voller Kraft durchstarten.
Vorteile der Herbstpflanzung:
- Bessere Wurzelbildung: Der Boden ist oft noch warm und feucht, was die Wurzelbildung fördert.
- Frühere und reichhaltigere Ernte im Folgejahr: Die Pflanze hat den Winter über Zeit, sich zu etablieren, und kann im Frühjahr schneller wachsen.
- Größere Auswahl: Im Herbst ist die Auswahl an Rhabarbersorten in den Gärtnereien oft größer.
- Weniger Pflegeaufwand: Die Pflanze benötigt im Herbst weniger Bewässerung als im Frühjahr.
Nachteile der Herbstpflanzung:
- Gefahr von Frostschäden: Junge Pflanzen können durch starke Fröste geschädigt werden. Ein Winterschutz ist daher empfehlenswert.
- Langsameres sichtbares Wachstum: Du siehst im Herbst nicht viel von der Pflanze. Die eigentliche Arbeit passiert unter der Erde.
- Mögliche Probleme mit Wühlmäusen: Im Herbst sind Wühlmäuse besonders aktiv und können die Wurzeln junger Pflanzen anfressen.
Rhabarber pflanzen: Schritt für Schritt zum Erfolg
Egal, ob du dich für die Frühjahrs- oder Herbstpflanzung entscheidest, die richtige Vorbereitung und Pflanztechnik sind entscheidend für den Erfolg.
1. Die richtige Standortwahl:
- Sonnig bis halbschattig: Rhabarber liebt die Sonne, gedeiht aber auch im Halbschatten. Je sonniger der Standort, desto intensiver die Farbe der Stiele.
- Durchlässiger Boden: Staunässe verträgt Rhabarber nicht. Der Boden sollte locker und gut durchlässig sein.
- Nährstoffreicher Boden: Rhabarber ist ein Starkzehrer und benötigt einen nährstoffreichen Boden. Kompost oder gut verrotteter Mist sind ideal.
- Genügend Platz: Rhabarber kann recht groß werden. Plane genügend Platz ein (mindestens 1 Meter Durchmesser).
2. Die Bodenvorbereitung:
- Boden lockern: Lockere den Boden gründlich auf und entferne Unkraut.
- Kompost einarbeiten: Arbeite reichlich Kompost oder gut verrotteten Mist in den Boden ein.
- Schwere Böden verbessern: Bei schweren Böden Sand oder Kies untermischen, um die Drainage zu verbessern.
3. Die Pflanzung:
- Pflanzloch ausheben: Hebe ein Pflanzloch aus, das doppelt so breit und tief ist wie der Wurzelballen.
- Pflanze einsetzen: Setze die Pflanze so ein, dass die Knospen (die Stellen, aus denen die Blätter austreiben) knapp unter der Erdoberfläche liegen.
- Pflanzloch füllen: Fülle das Pflanzloch mit Erde und drücke sie leicht an.
- Angießen: Gieße die Pflanze gründlich an.
4. Pflege nach der Pflanzung:
- Regelmäßig gießen: Halte den Boden feucht, aber nicht nass. Besonders in Trockenperioden ist regelmäßiges Gießen wichtig.
- Düngen: Dünge den Rhabarber im Frühjahr mit Kompost oder organischem Dünger.
- Unkraut entfernen: Halte den Bereich um die Pflanze herum unkrautfrei.
- Blüten entfernen: Entferne die Blüten, sobald sie erscheinen. Die Blütenbildung kostet die Pflanze unnötig Kraft.
- Winterschutz: In Regionen mit strengen Wintern ist ein Winterschutz aus Laub oder Reisig empfehlenswert.
Die richtige Rhabarbersorte: Für jeden Geschmack etwas dabei
Die Auswahl an Rhabarbersorten ist groß und vielfältig. Von süß bis säuerlich, von rot bis grün – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Hier sind einige beliebte Sorten:
- ‚Holsteiner Blut‘: Eine klassische Sorte mit roten Stielen und einem aromatischen, leicht säuerlichen Geschmack.
- ‚The Sutton‘: Eine frühe Sorte mit langen, roten Stielen und einem milden Geschmack.
- ‚Canada Red‘: Eine robuste Sorte mit intensiv roten Stielen und einem süß-säuerlichen Geschmack.
- ‚Frambozen Rood‘: Eine holländische Sorte mit leuchtend roten Stielen und einem fruchtigen, himbeerartigen Aroma.
- ‚Valentine‘: Eine sehr ertragreiche Sorte mit roten Stielen und einem säuerlichen Geschmack.
Tipp: Informiere dich vor dem Kauf über die Eigenschaften der verschiedenen Sorten und wähle diejenige aus, die deinen Vorlieben am besten entspricht.
Rhabarber vermehren: So klappt’s mit der Teilung
Rhabarber lässt sich am einfachsten durch Teilung vermehren. Der beste Zeitpunkt dafür ist im Frühjahr oder Herbst, wenn die Pflanze ruht.
So geht’s:
- Pflanze ausgraben: Grabe die Rhabarberpflanze vorsichtig aus.
- Teilen: Teile den Wurzelstock mit einem scharfen Messer oder Spaten in mehrere Stücke. Jedes Stück sollte mindestens eine Knospe haben.
- Einpflanzen: Pflanze die Teilstücke an einem geeigneten Standort ein (siehe oben).
- Angießen: Gieße die Teilstücke gründlich an.
Rhabarber ernten: Geduld zahlt sich aus
Im ersten Jahr nach der Pflanzung solltest du den Rhabarber nur wenig ernten, damit er sich gut entwickeln kann. Im zweiten Jahr kannst du dann schon etwas mehr ernten, aber achte darauf, nicht mehr als ein Drittel der Stiele zu entfernen.
So erntest du richtig:
- Stiele ziehen: Ziehe die Stiele vorsichtig aus der Pflanze. Vermeide es, sie abzuschneiden, da dies zu Fäulnis führen kann.
- Blätter entfernen: Entferne die Blätter. Sie sind giftig und sollten nicht gegessen werden.
- Erntezeit: Die Erntezeit beginnt im April und endet traditionell am Johannistag (24. Juni). Danach sollte die Pflanze Zeit haben, sich zu erholen.
Wichtiger Hinweis: Die Blätter des Rhabarbers enthalten Oxalsäure und sind giftig. Sie sollten nicht gegessen werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Kann ich Rhabarber im Topf pflanzen? Ja, das ist möglich, aber der Topf sollte ausreichend groß sein (mindestens 50 Liter).
- Wie lange dauert es, bis Rhabarber Früchte trägt? Rhabarber trägt keine Früchte. Geerntet werden die Stiele.
- Warum wird mein Rhabarber nicht rot? Die Farbe der Stiele hängt von der Sorte und dem Standort ab. Ein sonniger Standort fördert die rote Farbe.
- Was mache ich, wenn mein Rhabarber von Schädlingen befallen ist? Untersuche die Pflanze regelmäßig und entferne befallene Blätter. Bei starkem Befall können biologische Pflanzenschutzmittel helfen.
- Kann ich Rhabarber überwintern? Ja, Rhabarber ist winterhart. In Regionen mit strengen Wintern ist ein Winterschutz empfehlenswert.
Fazit
Ob Frühling oder Herbst – die richtige Vorbereitung und Pflege sind entscheidend für eine reiche Rhabarberernte. Wähle den Zeitpunkt, der am besten zu deinen Bedingungen passt, und freue dich auf leckere Rhabarberkuchen und Kompotte aus dem eigenen Garten.